BMCL: Brian Damage vs. Drob Dynamic

Drob Dynamic wurde vor einigen Monaten komplett von Laas Unltd. zerstört. Also so richtig. Vollkommen. Denn: LAAS ZERSTÖRT LEBEN! Schaut es euch hier an, wenn ihr annähernd Ahnung von neuerer deutschen Rapgeschichte haben wollt. Dennoch stellte sich Drob erneut einem Gegner in der BMCL. Allein dafür: Chapeau. Dann war es auch noch Brian Damage. Alles andere als ein Aufbaugegner.

Ich möchte jetzt nicht minutiös das ganze Battle Line für Line analysieren. Dafür war es zu lang – und ihr könnt es euch ja selbst anschauen. Nur ein paar Worte also.

In der ersten Runde habe ich Brian leicht vorne gesehen. Drob musste oft neu einfädeln, wiederholte immer wieder die letzte Bar um sich an seinen Text zu erinnern. Nicht unbedingt dramatisch, aber auch nicht souverän. Brian legt mit einigen 0815-Fettenwitzen los. Dass Drobs Übergewicht ein „innerer Hilfeschrei“ sei, ist stark an Laas‘ Parts angelehnt. Da das aber nur ein paar Lines sind, ist das nicht weiter wild. Seine Megareimkette über Gegenstände, die in Drobs Doppelkinn verschwanden, ist dann aber sagenhaft. Auch der Rihanna-Vergleich ist gelungen. Die erste Runde geht somit (knapp) an Brian Damage.

Zu Beginn der zweiten Runde kann Drob die Doppelkinnsache gut rebuttalen. Der Real Talk in Bezug auf Brians Battle gegen Mighty P. ist auch ganz ansprechend. Die Aussage, dass er eigentlich seine eigene Familie disst, ist schön durchdacht und lässt Brian natürlich nicht im besten Licht erscheinen. Dann kommt allerdings ein Monsterchoke. So ein ellenlanger Choke, dass ich mich beim Zuschauen unwohl fühle. Ganz, ganz schlimm. Das kann natürlich passieren, aber es ist ein denkbar schlechter Zeitpunkt, wenn man sich als Battle MC rehabilitieren möchte. Die ganzen Mutterlines sind nur halbgar, die Aktion mit der Telefonnummer ist meiner Meinung nach völlig daneben.

Und nun beginnt die Drob-Zerstörung 2.0. Und zwar mit: „Du bist sowas von fett, du Spast/Jedes Mal, wenn der Robert durch Wedding latscht, denkt Massiv, dass der Mond in sein Ghetto kracht.“ Allein das ist besser als der gesamte zweite Part von Drob Dynamic. Die Ausführungen über Drobs Sexleben sind sowas von lustig performed. Dann der Teil zu Drobs teilweise fragwürdigen sexistischen und rassistischen Texten. Gut, gut, gut. Es folgt ein kurzer Choke. Kurz geschüttelt und weitergemacht. Und dann kommt eine der besten Lines, die ich bei Rap am Mittwoch JE gehört habe: „Du machst aus Rap am Mittwoch ein Theater/doch mit dir ist die Besetzung missglückt/Denn dieses Battle ist wie die griechische Unterwelt/für dich das Ende des Styx/Stücks.“ Alter. Alter. Alter. Das war straight outta Rapolymp, um mal in der griechischen Mythologie zu bleiben. Die zweite Runde geht dermaßen klar an Brian Damage, dass es wehtut.

Dritte Runde. Letzte Chance. Uuuuuund weg. Drob imitiert mal wieder, dieses Mal trifft es den bayerischen Dialekt. Mehr ist bei mir nicht hängen geblieben. Blöderweise folgt von Brian ein großartiges Rebuttal, sodass auch diese Lines von Drob verpuffen. Im Vorbeigehen zerstört Brian anschließend Drobs Reputation, indem er ihn exemplarisch dreier heftiger Bites überführt. Zwei der drei angesprochenen Lines aus der KOTD habe ich mir angeschaut. Sie entsprechen Wort für Wort dem Vortrag von Brian – und somit auch den Parts aus den King-Battles von Drob. Bitter. Schließlich noch das berühmt-berüchtigte „Ich kann diesen Preis nicht annehmen“ à la Marcel Reich-Ranicki. Auch die dritte Runde geht an Brian Damage.

Was können wir jetzt daraus ziehen?

1. Brian Damage soll ganz bald ein neues BMCL-Match bekommen und trifft optimalerweise auf einen richtig starken Gegner. Das würde ein echtes Massaker werden.

2. Drob Dynamic sollte sich vielleicht erstmal wieder in der Battlemania gegen kleinere Gegner rehabilitieren. Ein drittes BMCL-Match würde den Druck für ihn vermutlich immens groß werden lassen – denn würde er dann verkacken, wäre sein Ruf für’s erste kaputt.

3. Das RAM-Publikum sollte sich zusammenreißen. Die Stimmung war augenscheinlich total tot, vor allem bei Drobs Parts. Auch wenn er kein großartiges Battle abgeliefert hat, waren seine Parts auch nicht so schlecht, dass sie eine derartig eisige Stille verdient hätten.

4. Battlerap lebt.

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