Platten des Jahres: 2010

Mit „Black Sands“ von Bonobo erschien 2010 ein Album, das für mich den Höhepunkt in der Diskografie eines meiner Lieblingskünstler bedeutete. Über einen Freund kam ich an „Animal Magic“, das ich für einige Jahre rauf und runter hörte. Spätestens ab „Days To Come“ war ich dann Fan. „Black Sands“ hob dann aber alles noch mal auf eine andere Ebene. Angesichts der Vielschichtigkeit und Qualität wirkte der Terminus „Downtempo“ schon fast wie eine Beleidigung. Selbst im fabelhaften Katalog von Ninja Tune sticht dieses Album positiv heraus.

Gemischtere Gefühle löste bei vielen „Schall und Wahn“ von Tocotronic aus. Noch verschwurbelter als zuvor. Hätte ein Spex-Abo einen Soundtrack, er würde so klingen wie diese Platte. Und genau dafür liebe ich diese Band. Intelektueller Anspruch, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen. Damit knüpft „Schall und Wahn“ an die Genese der Band in den 00er-Jahren an und schließt die tocotronische Berlin Trilogie ganz und gar rund ab.

Das wuchtigste Album des Jahres dürften Nails mit „Unsilent Death“ hingelegt haben. 14 Minuten schlank liefert diese Veröffentlichung pure Brutalität, Chaos und Kompromisslosigkeit. Einmal gepflegt auf die – pardon my English – Fresse und dann ist auch schon wieder gut. Hit and run gewissermaßen.

Eine unerwartete Spitzenposition fuhr „In Media Res“ von PMtoday ein – eine Band, mit der ich mich bis dato nicht außerordentlich beschäftigt hatte. Das Album habe ich nur unter die Lupe genommen, da mir das Artwork ausgesprochen gut gefallen hat. Dahinter verbarg sich ein feiner Mix aus Post-Hardcore und Alternative Rock, der noch mit anderthalb Beinen in den Nuller-Jahren steht.

  1. Bonobo – Black Sands | 5.0
  2. Tocotronic – Schall und Wahn | 4.5
  3. Best Coast – Crazy For You | 4.5
  4. Two Door Cinema Club – Tourist History | 4.5
  5. Kanye West – My Beautiful Dark Twisted Fantasy | 4.0
  6. Arcade Fire – The Suburbs | 4.0
  7. Nails – Unsilent Death | 4.0
  8. Flying Lotus – Cosmogramma | 4.0
  9. Ceremony – Rohnert Park | 3.5
  10. Cloud Rat – Cloud Rat | 3.5
  11. Manic Street Preachers – Postcards From A Young Man | 3.5
  12. Integrity – The Blackest Curse | 3.5
  13. Nils Frahm & Anne Müller – 7fingers | 3.5
  14. RVIVR – RVIVR | 3.5
  15. Stick To Your Guns – The Hope Division | 3.5
  16. Loma Prieta – Life/Less | 3.0
  17. PMtoday – In Media Res | 3.0
  18. Magic Shoppe – Reverberation | 3.0
  19. Killing The Dream – Lucky Me | 3.0
  20. Nasty – Give A Shit | 3.0

Dishonorable Mentions

  • Killing Time – Three Steps Back: Zwar bin ich generell kein großer Fan von Killing Time, aber die bis dato letzte LP „The Method“ (1997) hatte ich zumindest für solide befunden. „Three Steps Back“ vollführt musikalisch dann genau das, was der Titel ankündigt. | 2.0
  • Weezer – Death To False Metal: Unter den zahlreichen grauenhaften Veröffentlichungen von Weezer nach 2001 ist „Death To False Metal“ der Tiefpunkt. | 2.0

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