Platten des Jahres: 2001

Das zweite Jahr der sogenannten Nuller-Jahre wartete mit einem Klassiker des French House auf. „Discovery“ von Daft Punk ist und bleibt nicht nur für die elektronische Musik, sondern auch für Popkultur im Allgemeinen eine Leuchtkerze in einem musikalisch schwierigen Jahrzehnt. Allein schon dank „One More Time“ und „Harder Better Faster Stronger“. Da wurde direkt zu Beginn des Milleniums ein Tor zu neuen Klängen aufgestoßen, das auch 18 Jahre später offen steht und aus der sowohl die Pop- als auch Indie-Szene (im kommerziellen Sinne) schöpfen kann.

Eine ganz andere Niche bediente „5,6,7,8 Bullenstaat“ von den Ärzten. Ein (leider) häufig unterschätztes Album der selbsternannten besten Band der Welt. Die Ärzte waren für mich die Wegbereiter in die Punk-Gefilde und dafür werde ich ihnen immer dankbar sein, auch wenn wir uns in den vergangenen Jahren etwas auseinander gelebt haben. „5,6,7,8 Bullenstaat“ ist gespickt mit kurzen, knackigen Straßenpunk-Songs, die in ihren besten Momenten tatsächlich richtig lustig sind. So punkig waren die drei Herren aus Berlin nie wieder.

Überhaupt erlebte deutschsprachige Musik ein Revival. Die Hamburger Schule versorgte die Republik (und natürlich alle Interessent*innen über die Grenzen hinaus) mit intelligenten Texten gepaart mit eingängier Rockmusik. Blumfeld gehörten dabei zu den musikalisch seichteren Bands, ihre Lyrics hingegen büßten nichts an Direktheit ein. „Testament der Angst“ erschien zum exakt richtigen Zeitpunkt. Da ich 2001 erst zehn Jahre alt war, vermag ich die damalige gesellschaftliche und kulturelle Stimmung nicht aus erster Hand einschätzen, aber ich möchte retrospektiv vermuten, dass das Album den vielfach zitierten Zeitgeist getroffen haben dürfte.

  1. Daft Punk – Discovery | 5.0
  2. Weezer – Green Album | 4.0
  3. Die Ärzte – 5,6,7,8 Bullenstaat | 4.0
  4. Björk – Vespertine | 4.0
  5. Sum 41 – All Killer, No Filler | 4.0
  6. Travis – The Invisible Band | 4.0
  7. Moloko – All Back To The Mine | 4.0
  8. Seeed – New Dubby Conquerors | 3.5
  9. The White Stripes – White Blood Cells | 3.5
  10. Blumfeld – Testament der Angst | 3.5
  11. P.O.D. – Satellite | 3.5
  12. Majority Rule – Interviews With David Frost | 3.5
  13. Sondre Lerche – Faces Down | 3.5
  14. Fugazi – The Argument | 3.0
  15. H2O – Go | 3.0
  16. Evergreen Terrace – Losing All Hope Is Freedom | 3.0
  17. Radiohead – Amnesiac | 3.0
  18. Jon Hopkins – Opalescent | 3.0
  19. Leftöver Crack – Mediocre Generica | 3.0
  20. Darkest Hour – So Sedated, So Secure | 3.0

Dishonorable Mentions

  • Viva L’American Death Ray Music – Welcome To The Incredibly Strange And Erotic World Of The American Death Ray : Ich kann “Welcome To […]” stilistisch kaum einordnen – was ja eigentlich gut ist. Leider verstehe ich aber auch absolut nicht, was dieses Album von mir will. Und bleibe entsprechend recht teilnahmslos zurück. | 2.0
  • Ben Folds – Rockin‘ The Suburbs: Ich weiß, dass diese Wertung für viele Musik-Liebhaber*innen schmerzhaft und nicht nachvollziehbar sein dürfte. Schließlich Ben Folds ja so etwas wie everybody’s darling in einschlägigen Foren und Zeitschriften. Für mich ist „Rockin‘ The Suburbs“ leider schmerzhaft belanglos. | 1.5

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