Platten des Jahres: 2006

Unglaubliche 13 Jahre ist es her, dass die Arctic Monkeys ihr gefeiertes Debüt „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ unter die Leute brachten. Ich war 15 und entzückt. Sie erweiterten den Indie Rock um einige Facetten. Frecher als Franz Ferdinand. Gediegener als die Libertines. Schlauer als die meisten. Der erste Song, den ich hörte, war (natürlich) „I Bet That You Look Good On The Dancefloor“. Damals ein unglaublicher Hit. Mittlerweile würde ich behaupten, dass es einer der schlechter gealterten Songs auf dem Album ist. Wirklich umgehauen hat mich dann vor allem „The View From The Afternoon“ und das dazugehörige Video. Über den ziemlich pubertären Albumtitel schauen wir an dieser Stelle großzügig hinweg und erfreuen uns lieber an Perlen wie „505“ (das immer schöner wird, je älter ich werde) und „Fake Tales Of San Francisco“.

Gleichzeitig setzte Burial ebenfalls neue musikalische Maßstäbe – allerdings in einem ganz anderen Genre: Dubstep. Damals als Zukunft des UK Garage gehandelt, legte Burial das Fundament für eine ganze Generation an elektronischer Musik – nicht nur aus dem Vereinigten Königreich. Auf Rate Your Music fasst Nutzer stereobread den Sound des Albums so kurz wie treffend zusammen: „A vision of cold, dark cities of the mind“. Nuff said.

In Sachen Hardcore ging auch so einiges. Das Genre erschloss sich mir erst viel, viel später. Ich musste vorher noch den Umweg über Post-Hardcore und Metalcore gehen bis ich erst zu Beginn meines Studiums beim HC angelangte. „Violence Violence“ von Ceremony und „Outlive“ von Guns Up! sind nur zwei Releases aus 2006, die ich euch allerwärmstens ans Herz legen möchte. auf „The Things We Carry“ von Have Heart muss ich höchstwahrscheinlich nicht gesondert verweisen. Eines der besten, größten, inspirierendesten Straight Edge-Alben überhaupt. Selbst Screamo öffnet in diesem Jahr in Form von „Quiet, Pull The Strings!“ von Suis La Lune seine Pforten für mich. Ich tue mich nach wie vor schwer mit dieser Spielart des Emo. Die Art der Vocals ist brutal und gleichzeitig so zerbrechlich, dass es in mir Unbehagen auslöst. Doch es wird langsam. Was vor allem an Bands wie Suis La Lune liegt, die wunderschöne Post-Rock-Elemente in ihren Songs unterbringen.

    1. Arctic Monkeys – Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not | 5.0
    2. Burial – Burial | 4.5
    3. Have Heart – The Things We Carry | 4.0
    4. Mando Diao – Ode To Ochrasy | 4.0
    5. Bonobo – Days To Come | 4.0
    6. The Kooks – Inside In Inside Out | 4.0
    7. Dirty Pretty Things – Waterloo To Anywhere | 4.0
    8. Ceremony – Violence Violence | 4.0
    9. Guns Up! – Outlive | 3.5
    10. Grizzly Bear – Yellow House | 3.0
    11. Suis La Lune – Quiet, Pull The Strings! | 3.0
    12. Beirut – Gulag Orkestar | 3.0
    13. Mos Def – True Magic | 3.0
    14. Architects – Nightmares | 3.0
    15. Bruce Springsteen – We Shall Overcome: The Seeger Sessions | 3.0
    16. Mobb Deep – Blood Money | 2.5
    17. This Is Hell – Sundowning | 2.5
    18. Integrity – Palm Sunday | 2.5
    19. Terror – Always The Hard Way | 2.5
    20. Misery Signals – Mirrors | 2.5

Dishonorable Mentions

  • Cancer Bats – Birthing The Giant: Belangloser Punk, den man so schon 1000 mal anderswo gehört hat. | 2.0
  • Miles Away – Consequences: Hardcore ohne Konzept, bei dem die teenage angst leider allzu oft ins cringige kippt. Zum Glück sind die späteren Alben von Miles Away deutlich besser. | 1.5

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