Platten des Jahres: 2009

Es ist das erste Mal, dass es mich schmerzt, ein Album nicht an der Spitze meiner Jahrescharts zu sehen. Weil es ein unglaublicher Klassiker ist, der in jeder gut sortierten Plattensammlung stehen sollte. Allein: ein anderes Album ist ebenso gut und trifft mich etwas mehr ins Herz. Hach, es tut mir leid, aber „xx“ von The xx vertritt bei den Platten des Jahres 2009 den unverdientesten zweiten Platz überhaupt. Die Mischung aus Indie Pop, Post-Punk und Future R’n’B hatte ich so noch nie gehört und ich kann ohne Pathos sagen, dass das Album meinen musikalischen Horizont erweiterte, weil es mich aus meinen damaligen Indie-Scheuklappen befreite.

Emotional relevanter wurde für mich jedoch „Old Crows/Young Cardinals“ von Alexisonfire, das drei Wochen zuvor erschienen war. Bei Rate Your Music wird es als schlechtestes Album der Band gehandelt – wobei ein Schnitt von 3.14 auf RYM immer noch äußerst respektabel ist. Grund dafür dürfte meiner Meinung nach vor allem der etwas gediegenere Stil im Vergleich zu den vorherigen Veröffentlichungen sein. Zunächst kam ich überhaupt nicht über die ersten beiden Songs, die dem Album seinen Namen geben, hinaus. Irgendwann schaffte ich es doch und dahinter verbarg sich eine Perle nach der anderen. Eine ganze Reihe von Tracks auf „Old Crows/Young Cardinals“ halte ich für Meisterwerke der Band, beispielsweise „Born & Raised“, „Midnight Regulations“ oder das wunderbar anrührende „The Northern“. Besonders toll: auch nach Jahren entdecke ich neue kleine Elemente, die mich beim xten Durchlauf überraschen und berühren. Von Dallas Green wunderbarer Stimme möchte ich gar nicht erst anfangen, weil es hier sonst in eine deplatzierte Lobeshymne ausufern würde.

Doch das war noch nicht alles! Zwei weitere Alben erhalten ebenfalls die Höchstwertung. Zum Einen „Humbug“ von den Arctic Monkeys, das ich für gnadenlos unterschätzt halte, wofür ich Fans, die Stilwechsel nicht ertragen, verantwortlich mache. Zum Anderen sei noch „To Lose My Life“ von den White Lies genannt. Post-Punk Revival der allermodernsten Art, ohne je zu sehr nach Joy Division-Abklatsch zu klingen.

Besonders ans Herz gewachsen ist mir überdies „Supporting Caste“ von Propagandhi. Ich LIEBE das Cover! Das ganze Album klingt nach Punk, wie er sein sollte. Wer einen Song an einen kanadischen Host einer Eishockey-Sendung schreibt, um mit ihm über Militarismus zu quatschen, hat eh schon gewonnen („Dear Coach’s Corner“).

    1. Alexisonfire – Old Crows/Young Cardinals | 5.0
    2. The xx – xx | 5.0
    3. Arctic Monkeys – Humbug | 5.0
    4. White Lies – To Lose My Life | 5.0
    5. La Roux – La Roux | 4.5
    6. Propagandhi – Supporting Caste | 4.5
    7. Silverstein – A Shipwreck In The Sand | 4.0
    8. Trapped Under Ice – Secrets Of The World | 4.0
    9. Dead Swans – Sleepwalkers | 4.0
    10. Morrissey – Years Of Refusal | 3.5
    11. Evergreen Terrace – Almost Home | 3.5
    12. Thrice – Beggars | 3.5
    13. Kreisky – Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld | 3.5
    14. Set Your Goals – This Will Be The Death Of Us | 3.5
    15. Touché Amoré – …To The Beat Of A Dead Horse | 3.0
    16. Sepultura – A-Lex | 3.0
    17. Fever Ray – Fever Ray | 3.0
    18. Bruce Springsteen – Working On A Dream | 3.0
    19. A Lot Like Birds – Plan B | 3.0
    20. Jon Hopkins – Insides | 2.5

Dishonorable Mentions:

  • Only Attitude Counts – Triumph Of The Underdogs: Hardcore der alten Schule. Leider hat das Album der bisherigen Diskografie von Only Attitude Counts nichts hinzuzufügen. | 2.0
  • Weezer – Raditude: Weezer ist eine großartige Band mit einigen ziemlich schlechten Alben. Dazu gehört auch „Raditude“. | 2.0

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