Allgemein

Ne Angliyskiy – Eine Woche ohne Englisch

Ich halte mich für eine vergleichsweise interessierte und offene Musikhörerin. Ich entdecke gerne neue Genres und Bands und liebe es, Playlists zu hören, die jemand sorgsam kompiliert hat. Dabei lernt man einiges kennen. Komplett unterschiedliche Subgenres und Szenen. Doch einiges ist fast allen gemein: es wird auf Englisch gesungen.

Die anglo-amerikanische Musikszene halte ich für ein großes Glück. Sie sind Motor für Kreativität und Trends und ich möchte mich sie um nichts in der Welt missen. Trotzdem habe ich mich gefragt: wie würde es sich wohl anfühlen, eine Woche lang nur nicht-englischsprachige Musik zu hören?

Im März hörte ich anlässlich des Internationalen Frauenkampftages eine Woche lang nur Musik, die nicht von (Cis-)Männern gemacht wurde. Es war eigentlich nur ein kleines Experiment und ich befürchtete, dass es vielleicht etwas eintönig werden könnte. Das Gegenteil war der Fall: mir war an diesen sieben Tagen in keinem Moment langweilig und ich lernte (auch durch die Mithilfe lieber Freund*innen, die mich mit Tipps versorgten) unglaublich viele neue Künstler*innen kennen.

Das Gleiche erhoffe ich mir jetzt. Einmal anschnallen bitte. Abfahrt durch die Musik dieser Welt, die nicht auf Englisch vorgetragen wird. Schickt mir gerne eure Songtipps vor, die hier nicht fehlen dürfen! Deutschsprachige Tracks sind übrigens auch vertreten. Damit es spannend bleibt, habe ich allerdings ausschließlich Artists hinzugefügt, die nicht allzu groß sind. Helene Fischer bitte woanders anspielen (wenn es denn sein muss).

Die Spotify-Playlist findet ihr hier.

 

Radioooooo: Musikalisches Reisen in Zeiten von Corona

Seit zirka zwei Wochen sitzen wir nun zu Hause, um uns und andere vor dem grassierenden Corona-Virus zu schützen. Manche nutzen die neu gewonnene Zeit, um den meterhohen Stapel ungelesener Bücher abzubauen oder um sich durch ihre Kochbücher zu mampfen. Anderen fällt jetzt schon die Decke auf den Kopf. So oder so: wir können uns vermutlich alle darauf einigen, dass uns Bewegung und Spaziergänge abgehen und unsere eigenen vier Wände irgendwann nur noch mäßig aufregend sind.

Wer derzeit nicht aufs Reisen verzichten möchte, kann zumindest akustisch durch Raum und Zeit fliegen. Die Seite Radiooooo lädt euch in ihr Taxi ein, wo ihr Dekade (ab 1900) und Land eurer Wahl aussucht und euch schnurstracks in das Radioprogramm ebendieser Zeit und Region einwählen könnt. Indisches Radio der 30er Jahre oder algerische Hits der Gegenwart: eurer Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Wer möchte, kann sich registrieren und Lieblings-Songs sammeln oder selbst an der musikalischen Zeitmaschine mitarbeiten. Enjoy!

Quelle: Screenshot http://www.radiooooo.com

Internationaler Frauentag 2020

Am 8. März ist Internationaler Frauentag.

Zu diesem Anlass habe ich mir vorgenommen, in der kommenden Woche ausschließlich Musik von Frauen bzw. Künstler*innen zu hören, die nicht cis-männlich sind. Bands, die auch cis-männliche Mitglieder haben, die allerdings nicht singen, dürfen ebenfalls vertreten sein. Beispiel: Best Coast sind okay, die White Stripes nicht. Es wird ein aufregendes Experiment für mich und ich bin gespannt, wie sich eine Woche ohne cis-männliche Vocals für mich anfühlen wird.

Ich habe hierzu eine Spotify-Playlist erstellt, in die ihr gerne reinhören dürft. Sie ist sehr groß und auf den Shuffle Mode ausgelegt. Vertreten sind alle möglichen Genres von Pop bis Hardcore Punk. Ich werde die Playlist im Laufe der Woche weiter aktualisieren.

Code Orange – Swallowing The Rabbit Whole (Video)

Bereits drei Jahre ist es her, dass Code Orange mit „Forever“ eines der vielseitigsten Hardcore- bzw. Metalcore-Alben der 10er-Jahre präsentierten. Man spielte sich munter und ohne jegliche Scheuklappen durch die Genres und landete damit bei Fans und Kritiker*innen gleichermaßen. Doch dieser Überschwang bliebt ihnen nicht ungeteilt erhalten. Nach Veröffentlichung der EP „The Hurt Will Go On“ wurden Stimmen laut, die Band würde zu weich werden. Nun, diese Sorge können wir getrost ad acta legen, denn in der vergangenen Woche erschien das Video zum neuen Song „Swallowing The Rabbit Whole“ und Reba Meyers & Co. zeigen sich heavier und experimentierfreudiger denn je.

Das neue Album „Underneath“ erscheint übrigens 13. März bei Roadrunner Records.

Tarek K.I.Z. in den Golem Sessions

Credits: GERNRGOSS GLOWINSKI

Deutschrap has come a long way. Den rasanten Wandel, den das Genre in den letzten Jahren hingelegt hat, hätten die Wenigsten – mich eingeschlossen – für möglich gehalten. Dabei geht es nicht (nur) um zugewonnene Qualität, sondern vor allem um neu erschlossene Vielfältigkeit, durch die Deutschrap mittlerweile ein Überbegriff für dutzende Spielarten des Hip-Hop ist. Faszinierend, wie sich beispielsweise Juicy Gay, Retrogott und K.I.Z. irgendwie in die gleiche Schublade stopfen lassen. (mehr …)

Empfehlenswerte Podcasts

Ich habe mich sehr lange Podcasts verwehrt. Sehr, sehr lange. Ich wusste nicht so recht, wann ich sie hören sollte, denn immer wenn ich Zeit und Muße hatte, etwas bewusst zu hören, habe ich mich dann doch für Musik entschieden. Das änderte sich vor zwei Jahren schlagartig, als ich Podcasts als Einschlaf-Hilfe für mich entdeckte. Auf einmal hörte ich sie auch im Zug, beim Duschen, auf der Arbeit. Und schlief dabei nicht mehr ein. Mittlerweile hat sich eine kleine Liste an Podcasts gebildet, die ich regelmäßig verfolge und die ich euch gerne vorstellen möchte. Zunächst zu den musikalischen Formaten:

Podcast von Anthony Fantano, the internet’s busiest music nerd. Auf Youtube hat er mit seinem Kanal „The Needle Drop“ ziemliche Bekanntheit erlangt. Fast zwei Millionen Abonnent*innen folgen ihm da – eine beachtliche Zahl für einen Kanal, der ausschließlich Musik-Rezensionen bietet. Sein Podcast ist seinen Videos sehr, sehr ähnlich. Pointierte Besprechungen aktueller Alben aus allen möglichen Genres. Fantanos Fachwissen ist atemberaubend. (mehr …)

Platten des Jahres: 2004

Schon ein Jahr vor der Class of 2005 begannen die Indie Bands, die später zu den Giganten des Genres aufsteigen sollten, ihre Klassiker auf den Markt zu werfen. Unglaublich, wie viele großartige Alben das Jahr 2004 zu bieten hat. Dahinter tummelt sich auch eine ganze Menge Mittelmaß – aber der Reihe nach.

An die Spitze meiner Liste schraubt sich das selbst-betitelte zweite Album der Libertines. Für viele ist „Up The Bracket“ die beste Veröffentlichung der Band. Für mich ist das Zweitlingswerk deutlich ansprechender. „Can’t Stand Me Now“, „The Man Who Would Be King“, „The Ha Ha Wall“ – hach, im Grunde könnte hier jeder Track noch mal einzeln genannt werden um darauf hinzuweisen, wie sehr es sich lohnt, ihn zu hören. Unvergessen auch der Blick meiner Oma, als ich das Album zu Weihnachten von meinem Vater geschenkt bekam. Das Cover hat ihr natürlich nicht gerade gut gefallen.

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Platten des Jahres: 2011

Ich möchte mit einem gängigen Missverständis aufräumen. Dieses besagt, dass James Blake mit seinem selbstbetitelten Debüt im Jahr 2011 (das in dieser Liste noch fehlt, aber in naher Zukunft eingebaut werden wird) die Speerspitze des so genannten Future R’n’B bzw. Alternative R’n’B bildete. Eine ausgezeichnete Platte, keine Frage. Doch DIE Platte des Genres und gleichzeitig des Jahres lieferte für mich ein Anderer ab: Jamie Woon. Vergleichsweise stiefmütterlich behandelt angesichts des Hypes um Blake verband Woon auf „Mirrorwriting“ mystische Klangverläufe mit pop-affinen Melodien und dem typischen R’n’B-Schmalz der 90er Jahre. Schon das großartige Video zu „Night Air“ hatte mich damals im Handumdrehen um den kleinen Finger gewickelt.

Selbstverständlich gab es aber auch noch eine gute Handvoll anderer großartiger Veröffentlichungen im Jahr 2011. Ben Howard machte mit „Every Kingdom“ Folk in Windeseile radiotauglich, ohne dabei in die Belanglosigkeit abzudriften. Die nachfolgenden Alben „I Forgot Where We Were“  und – vor allem – „Noonday Dream“ bestätigten den guten Eindruck des Erstlings. Auch „Helplessness Blues“ von den Fleet Foxes sei erwähnt, das zwar nicht ganz an das Debüt von 2008 heranreichte, es aber dennoch schaffte, den typischen gemütlichen Hütten-Folk-Sound zu transportieren.

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Hello again.

Liebe Leute,

nach beinahe drei Jahren hat mich nun doch wieder die Blog-Leidenschaft gepackt und ich möchte euch, wie schon damals, mit allerlei unnötigen Beiträgen zu Musikthemen jeglicher Couleur versorgen. Leider muss ich euch berichten, dass sich meine Liebe zu Battlerap deutlich abgekühlt hat. Vormals der Schwerpunkt dieses Blogs werden Battles & Co. zukünftig nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Ich hoffe, ihr könnt diesen Schritt verkraften.

Stattdessen werde ich über alles schreiben, was mir in die Finger gerät. Das können obskure Funde bei Rate Your Music, aktuelle Albenbesprechungen oder Rückblicke auf antike EPs von vor 30 Jahren sein. Seit zirka zwei Jahren bin ich in das Kaninchenloch namens Hardcore Punk gesprungen und tummle mich vor allem in diesem Genre. Hierzu werdet ihr also vermutlich besonders viel zu lesen bekommen, aber das heißt nicht, dass andere Genres vernachlässigt werden. (mehr …)