Die Ärzte

Alben des Monats [11/19]

In elf Tagen endet das Jahrzehnt, also wende ich mich den wirklich wichtigen Beiträgen auf diesem Blog zu: zum Beispiel den Alben des Monats November. Oh je. Doch keine Sorge: auch wenn es in letzter Zeit etwas ruhiger hier geworden ist, habe ich noch einiges mehr in Planung für die nächsten zwei bis drei Wochen. Selbstverständlich werde ich euch meine Alben und Songs des Jahres 2019 unter die Nase reiben. Und wenn schon mal eine Dekade endet, darf die natürlich auch noch ausschweifend besprochen werden. Jetzt aber erstmal eins nach dem anderen. Welche Platten liefen im grauesten aller Monate in Dauerschleife?

Franz Schubert – Winterreise (1827)

Vermutlich das älteste „Album“, das es in nächster Zeit auf den Blog schaffen wird. Die „Winterreise“ von Franz Schubert ist ein wunderschöner Liederzyklus, der noch dazu einen unglaublich niederschwelligen Zugang zu klassischer Musik bietet. Man muss wahrlich kein*e Expert*in von Mozart, Beethoven & Co. sein, um die 24 Lieder genießen zu können. Selten wurde eine Liebesgeschichte so melancholisch schön besungen. Anspiel-Tipp: die Version von Jonas Kaufmann ist besonders hörenswert. (mehr …)

Alben des Monats [09/19]

Ich kann guten Gewissens behaupten, dass der September 2019 einer der aufregendsten Monate meines Lebens gewesen sein dürfte. Die Familie ist um ein Mitglied angewachsen und seitdem haben sich Prioritäten und Freizeitbeschäftigungen natürlich verschoben. Ich habe trotzdem genug Musik gehört, um euch fünf Alben vorzustellen, die mich in den vergangenen vier Wochen begleitet haben. Nicht alle davon sind gut – so ehrlich muss ich sein.

Knocked Loose – A Different Shade Of Blue (2019)

Knocked Loose ist eine meiner absoluten Lieblingsbands. Vor zirka zwei Jahren sah ich sie im Vorprogramm von Comeback Kid im Wiener Flex. Damals rätselten meine Begleitung und ich erstmal minutenlang, ob die Band einen Front-Sänger oder eine Front-Sängerin hat (Bryan Garris hatte damals Ende 2017 sehr lange Haare). Garris‘ Stimme war gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie auch catchy. In den folgenden Tagen hörte ich ihr Album „Laugh Tracks“ rauf und runter. Zwei Monate später sah ich sie noch mal beim Wiener Stopp des Impericon Festivals und war vollends überzeugt. Im August erschien nun mit „A Different Shade Of Blue“ das zweite Album der Band und holy shit, ist das ein Brett. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein Hardcore- bzw. Metalcore-Album gehört zu haben, das so auf den Punkt produziert ist. Für mich aktuell der heißeste Anwärter auf den Titel „Album des Jahres 2019“.

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Platten des Jahres: 2001

Das zweite Jahr der sogenannten Nuller-Jahre wartete mit einem Klassiker des French House auf. „Discovery“ von Daft Punk ist und bleibt nicht nur für die elektronische Musik, sondern auch für Popkultur im Allgemeinen eine Leuchtkerze in einem musikalisch schwierigen Jahrzehnt. Allein schon dank „One More Time“ und „Harder Better Faster Stronger“. Da wurde direkt zu Beginn des Milleniums ein Tor zu neuen Klängen aufgestoßen, das auch 18 Jahre später offen steht und aus der sowohl die Pop- als auch Indie-Szene (im kommerziellen Sinne) schöpfen kann.

Eine ganz andere Niche bediente „5,6,7,8 Bullenstaat“ von den Ärzten. Ein (leider) häufig unterschätztes Album der selbsternannten besten Band der Welt. Die Ärzte waren für mich die Wegbereiter in die Punk-Gefilde und dafür werde ich ihnen immer dankbar sein, auch wenn wir uns in den vergangenen Jahren etwas auseinander gelebt haben. „5,6,7,8 Bullenstaat“ ist gespickt mit kurzen, knackigen Straßenpunk-Songs, die in ihren besten Momenten tatsächlich richtig lustig sind. So punkig waren die drei Herren aus Berlin nie wieder. (mehr …)