Platten des Jahres: 2003

Manche Alben sind so groß, dass sie belanglos werden. Weil ohnehin schon klar ist, dass jede*r sie rauf und runter gehört hat. Weil es nichts mehr zu ihnen zu sagen gibt. Sie werden durch ihren Erfolg merkwürdig uninteressant und schlummern verwaist im Plattenregal. Für mich ist „Elephant“ von den White Stripes so ein Album. Höchstwertung. Eh klar. Ein langweiliger Spitzenreiter. Vor einiger Zeit habe ich die Platte dann doch mal wieder aufgelegt, um noch einmal zu überprüfen, wie viel sich hinter dem Legendenstatus tatsächlich verbirgt. Tja, was soll ich sagen? Es hat ca. drei Akkorde gebraucht und ich war wieder komplett drin. Jeder Song ein Hit, jede Note ein Treffer. Die Pseudo-Geschwister White lieferten ein Album für die Ewigkeit ab und machten jede*m endgültig klar, dass das Garage Rock-Revival eine der wichtigsten Strömungen im ersten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends sein würde.

Doch natürlich gab es auch einige andere Alben im Jahr 2003, die eine Erwähnung verdient haben. Das Doppelalbum „Speakerboxxx/The Love Below“ von Outkast sorgte für einen völlig neuen Sound im Hip-Hop. Pointierter Rap – vor allem von André 3000 – gepaart mit eingängingen Pop- und R’n’B-Melodien sorgten dafür, dass das Release trotz stattlicher Länge zu keiner Zeit langweilig wurde.

Bonobo legte mit „Dial M For Monkey“ einen würdigen Nachfolger für das 2001 erschienene „Animal Magic“ vor – und übertraf für meinen Geschmack sogar noch sein Debüt. Ein in sich geschlossenes Album mit den feinsten Elementen des Downtempo (auch wenn Simon Green laut eigener Aussage diese Genre-Bezeichnung absolut nicht mag), Trip-Hop und elektronischen Spielereien.

The Darkness erbaten die „Permission To Land“ und führten völlig unerwartet den Glam Rock zurück in die Charts. „I Believe In A Thing Called Love“ wurde einer der Songs des Jahres. So ganz konnte der Rest der Scheibe da nicht mithalten – und dennoch wurde uns ein grundsolides Rock-Album präsentiert.

  1. The White Stripes – Elephant | 5.0
  2. Outkast – Speakerboxxx/The Love Below | 4.5
  3. Bonobo – Dial M For Monkey | 4.5
  4. Sufjan Stevens – Michigan | 4.5
  5. Travis – 12 Memories | 4.0
  6. Opeth – Damnation | 4.0
  7. 1349 – Liberation | 4.0
  8. The Strokes – Room On Fire | 4.0
  9. Basement Jaxx – Kish Kash | 3.5
  10. The Distillers – Coral Fang | 3.5
  11. The Postal Service – Give Up | 3.5
  12. T.I. – Trap Muzik | 3.5
  13. The Darkness – Permission To Land | 3.0
  14. Sick Of It All – Life On The Ropes | 3.0
  15. Evanescence – Fallen | 3.0
  16. Saosin – Translating The Name | 3.0
  17. Marilyn Manson – The Golden Age Of Grotesque | 3.0
  18. Erykah Badu – Worldwide Underground | 2.5
  19. The Fall Of Troy – The Fall Of Troy | 2.5
  20. Yellowcard – Ocean Avenue | 2.5

Dishonorable Mentions

  • Thrice – The Artist In The Ambulance: Ich mag Thrice wirklich gerne, aber „The Artist In The Ambulance“ ist Post-Hardcore der anstrengendsten Sorte. | 2.0
  • Atom And His Package – Attention! Blah Blah Blah: Atom And His Package ist generell eine weirde Band. Irgendwie lustig, irgendwie auch an der Grenze des Erträglichen. „Attention! Blah Blah Blah“ überschreitet ebenjene leider allzu oft. | 2.0
  • Every Time I Die – Hot Damn!: Eventuell habe ich bei Every Time I Die schon gar nicht mehr die Möglichkeit, so etwas wie Objektivität walten zu lassen, weil ich die Band wirklich, wirklich schlecht finde. „Hot Damn!“ ist aber auch in ihrer Diskografie ein Ausreißer nach unten. | 1.0

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